Agra in Uttar Pradesh
Ein bebilderter Reisebericht von Uta Kubik Ritter. Mehr aus ihrer Feder unter www.kuris-reisen.de.
Was
kommt einem in den Sinn, wenn man an Indien - Maharajas - Paläste denkt? Sicher
sofort das
Taj
Mahal.
Es
sei dahingestellt, ob dieses Bauwerk der Liebe eines Mannes zu seiner
verstorbenen Frau der Inbegriff Indiens ist. Ein architektonisch und künstlerisch
hervorragend gestaltetes Gebäude ist es allemal. Tausende von Touristen strömen
täglich hierher; tausende von Fotos zieren die Alben der Welt.
Doch
bevor man von dem Eingangstor die Erinnerungsbilder knipsen kann, werden die
Besucher auf eine harte Probe gestellt. Lange Schlangen bilden sich vor dem Einlass.
Die mitgebrachte Videokamera kommt in ein Schließfach (nur eine Aufnahme von
der Torplattform aus ist erlaubt). Essen und Trinken bleiben ebenfalls vor dem
Grabmal.
Wir reihen uns ein, und Hubert schießt die Erinnerungsfotos. Für unsere kleine Bildergalerie allerdings haben wir uns dann für nicht ganz so bekannte Einstellungen des Bauwerks entschieden. Doch auch der Blick unter den gelben Mimosenbäumen hindurch lässt das Taj Mahal erstrahlen.
Wertvolles
Material wurde verbaut. Nicht umsonst hat Shah Jahan mit dem Bau des
Grabmahls sein Land an den Rand des finanziellen Ruins gebracht.
Marmor aus den örtlichen Steinbrüchen kombiniert mit Material aus Carara.
Edelsteinintarsien verschönern sämtliche Säulen, Wände und Sarkophage. Feine
Schnitzereien im Marmorgestein lassen die Blumen plastisch erscheinen. Die
nebenstehende Bilderserie zeigt das im Detail.
Shah Jahan verbrachte die letzten Jahre seines Lebens - abgesetzt und verbannt durch seinen eigenen Sohn - im Fort zu Agra, ohne jemals das fertiggestellte Grab seiner Frau betreten zu haben. Nur von der Festung aus konnte er vom Fenster seines Zimmers auf die Ruhestätte Mumtaz Mahal schauen. Selbst das ist ein schöner Anblick.
Das Fort steht am anderen Ufer des Jamuna. Mit dem Bau wurde 1565 begonnen. Alle nachfolgenden Herrscher haben Teile angefügt, so dass jede Zeit den Baustil prägte.
Agra
ist eine Industriestadt. Abgase aus den Autos - und noch mehr aus den veralteten
Fabriken - tragen zum Zerfall der Kulturgüter mit bei. Es wird der Tag kommen,
da das Taj Mahal nicht mehr den Besuchern offensteht. Indien muss mehr für
den Erhalt der Bauwerke tun, kommen doch Devisen durch die Touristen ins Land.
Dies ist aber sicher auch ein zweigleisiges Schwert. Hat Indien anderseits genug
mit Überbevölkerung und der damit verbundenen Armut zu tun ....
Nicht nur
Shan Jahan war ein großer Bauherr. Auch seine Familie ließ manches Kunstwerk
errichten. So ließ seine Frau Nur Jahan - die eine starke politische
Kraft ausübte - zu Beginn des 16. Jahrhunderts ein Mausoleum für ihren
verstorbenen Vater errichten. Sechs Jahr lang wurde daran gebaut.
In völliger Stille und viel Muße gingen wir durch die Räume. Die untergehende
Sonne tat ihr Übriges für ein verträumtes Bild.
zurück zur Karte nächster Reisebericht (Khajuraho)
Hauptseite Hinduismus Bilder Indien + Nepal Forum Sicherheit / Gesundheit
Postkarten Buchempfehlungen Gästebuch Links Kontakt