Reisebericht Jaisalmer Teil 2

Text und Bilder von Ines und Steffen. (www.abenteuer-indien.de)

31.10. bis 04.11. (Steffen)

 
Ines und Steffen lernen die Feinheiten des indischen Postwesens kennen
Den letzten Tag unseres Aufenthaltes in Jaisalmer nutzten wir, um einige Einkäufe zu erledigen. Schon vor unserer Reise hatten wir uns vorgenommen, einige für die jewielige Region typische Dinge zu kaufen und nach Hause schicken zu wollen, um so auch später eine Erinnerung an unsere Indienradtour zu haben. Hier in Jaisalmer stachen uns besonders die in den Havelis benutzten Öllampen, die aus Bronze gefertigt sind und die Form von Elefanten, Kamelen und Pfauen haben, ins Auge. Mit Hilfe einer kunstvoll gefertigten Kette wurden sie früher in den Häusern aufgehängt. Zum Teil werden diese Lampen auch heute noch benutzt - wegen des schon öfter erwähnte instabilen Stromnetzes.


Nachdem wir zahlreiche Läden durchforstet hatten, um uns einen Überblick über die Preise zu verschaffen, wurden wir dann in einem Shop mit dem Inhaber handelseinig. Zu den Öllampen kamen dann noch eine Glocke und zwei Götterfiguren, ebenfalls aus Bronze. Die Sachen hatten ein Gewicht von immerhin zehn Kilo. Nun ging es darum, die Dinge zu verschicken. Keine ganz so einfache Angelegenheit hier in Indien. Um ein Paket versenden zu können, muss es zuerst in Stoff eingenäht werden. Dies wurde für uns noch im Geschäft erledegt, was wir bei der Preisverhandlung auch als Bedingung gestellt hatten.

Weißer Zwirn und die Portotabelle

Der Verkäufer erklärte uns, wir sollten das Paket nicht hier in Jaisalmer sondern in Jaipur auf die Post bringen, da das Porto dort wesentlich niedriger sei. Uns erschien das sehr unglaubwürdig. Auf der Strasse sprach uns ein Mann wegen des Paketes an, und fragte, ob er es für uns versiegeln solle. Von der Post wird nämlich gefordert, dass die Nähte des eingenähten Paketes mit Siegeln, die etwa alle zehn Zentimeter angebracht werden, versehen werden müssen. " Wir wollen das Paket aber in Jaipur aufgeben, da es dort günstiger ist." Darüber musste er nur lachen, und meinte, dass es überall der gleiche Preis sei. Das erste Kilo kostet 750 Rupees und jedes weitere 75 Rupees und das ist in ganz Indien so. Der Mann würde uns auch einen Burschen mitschicken, der uns hilft alle Formalitäten zu erledigen. Na, prima, da sind wir ja schon mal eine Last los. Das Versiegeln war innerhalb weniger Minuten erledigt, aber es wurden noch Bedenken wegen der roten Farbe des benutzten Fadens geäussert; zulässig ist weiß! Der junge Mann war aber so blickig, für alle Fälle etwas weißen Zwirn und Nadel einzustecken.


Unterwegs erzählte er uns, dass der Postbeamte sein Kumpel sei, und so alles unproblematisch über die Bühne gehen werde. Durch die letzten Ereignisse etwas misstrauisch geworden, wollten wir dem Frieden noch nicht ganz trauen. Erst mal sehen, was uns jetzt noch erwartet...... Erstes Aufatmen, als unsere Rikshaw vor einem großen Gebäude hielt, das unmissverständlich als Post office zu erkennen war. Es klappte auch wirklich alles recht gut. Wir füllten einige Papiere aus, der Postbeamte fragte, in welches Land die Sendung gehen solle. Wir sagten ihm, nach Deutschland, worauf er diese Information in seinen Computer eingab. Er schaute allerdings dann etwas nachdenklich auf seinen Bildschirm, da sich beim Stichwort Deutschland gleich zwei Zeilen öffneten: German Democratic Republic (DDR) und Federal Republic of Germany (BRD). Verdutzt fragte er uns, in welches Deutschland die Fracht denn nun gehen solle, es gebe doch zwei davon Wir erklärten ihm, dass wir seit zehn Jahren vereinigt seien. Die Software müsste vielleicht mal erneuert werden..... Auf dem Rückweg erwarteten wir, dass uns unser Helfer zumindest als Gegenleistung für seine Dienste in einen Laden schleifen wollte. Aber nichts, sogar das Trinkgeld, das ich ihm geben wollte, wies er lachend zurück. Ein netter Bursche.

 

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