Das Hindu- Epos Ramajana       

Das Ramajana ist ein berühmtes hinduistisches Epos mit rund 24.000 Doppelversen aus dem 4. Jahrhundert vor Chr. über das Leben des König Rama und seiner Frau Sita. Da die Schriften aus der niedrigeren Kaste der Kschatrijas (Kaste der Krieger) stammen, werden weniger brahmanische Opferrituale als beispielsweise in den Texten der Vedas behandelt. Der Hauptteil des Ramajana ist eher ein weltlicher Text und wird bis heute als Glaubensunterweisung genutzt. Bis zum Ende des 4. Jahrhunderts nach Chr. wurden religiöse Elemente hinzugefügt und aus dem griegerischen König Rama wurde der idealisierte Kriegsgott Rama. Die Texte behandeln aber nicht nur Schlachten, Siege und Niederlagen, sondern auch ethisch-moralische Grundsätze, Anweisungen zum Regierungswesen und Regeln zum Verhalten der Menschen untereinander.

Trotz der überwiegend weltlichen Inhalte wird das Ramajana (wie die Vedas und das Epos Mahabarata) als göttliche Offenbarung angesehen:

Der Autor Valmiki war in seinem früheren Leben ein Strassenräuber ohne Name mit einer Frau und drei Kindern. Eines Tages überfiel der Räuber den Weisen Narada. "Warum überfällst du mich?", fragte dieser. "Damit ich meine Familie ernähren kann.", antwortete Valmiki. "Durch Überfälle begehst du aber große Sünden. Ist deine Familie bereit, deine Sünden mit dir zu teilen?", fragte Narada. "Da bin ich mir sicher", war des Räubers Antwort. "Warum bindest du mich hier nicht fest, gehst zu deiner Familie und fragst sie?", erwiederte der Weise.Der Räuber war einverstanden, band den Alten fest und fragte seine Familie, ob sie seine Sünden mit ihm teilen würden. Alle Familienmitglieder, einschließlich seiner Frau, antworteten mit einem klaren "Nein".

Das erste mal in seinem Leben erkannte der Räuber die Wahrheit und mit Tränen in den Augen band er Narada los und bat ihn um Vergebung. Daraufhin unterwies Narada den Strassenräuber in der Gottesverehrung und Valmiki begab sich zu einer 1000-jährigen Meditation in den Wald, wo er im Laufe der Zeit von einem Ameisenhaufen (valmika) bedeckt wurde. Daher der Name Valmiki, "Sohn des Ameisenhaufens". Während der Meditation über dem Mantra "Ram" erschien ihm die letztendliche Wahrheit über das rechtes Leben, die er daraufhin im Ramajana niederschrieb.

Inhalt:  Vor langer Zeit lebte der König Dasaratha, der drei Frauen, aber keine Kinder hatte. Über die Kinderlosigkeit betrübt, zelebrierte er ein spezielles Fruchtbarkeitsopfer. Aus dem Opferfeuer ging ein Elixier hervor, das Dasaratha und seine Frauen einnahmen. Neun Monate später erblickten vier Söhne das Licht der Welt: Rama, Lakshman, Bharata und Shatrugna. Als die Kinder in die Pubertät kamen, heiratete Rama Prinzessin Sita, die verwaiste Tochter des Königs Janaka.

Jahre später sollte Rama den Thron seines Vaters Dasaratha übernehmen; die zweite Frau des alten Königs wußte dies aber durch Eifersucht und Intrigen zu verhindern, worauf Rama, Sita und Bruder Lakshman das Königreich aufgaben und in den Dschungel zogen. Dort wurde Sita von dem bösen Dämonenkönig Ravana aus Sri Lanka entführt. Mit Hilfe des Affengottes Hanuman vernichtete Rama den Dämon und seine Armee und kehrte mit Sita in das Königreich Ayodhya zurück.

Noch heute wird jedes Jahr der Sieg von Rama über den Dämonenkönig Ravana während des Licht- Fests Divali gefeiert.

 

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